Letzte Änderung:
14. Oktober 2009

Grundlagen über virtuelle Infrastrukturen

Wir kennen die Grundlagen der Virtualisierung und wissen auch, was virtuelle Maschinen sind. Durch die bereits hier vorgestellten Ansätze wissen wir, dass mit der Konsolidierung mehrerer physikalischer Server auf einen Virtualisierungsserver ein enormes Einsparpotential (Hardwarekosten, Energieversorgung etc.) besteht.

Was aber ist mit anderen Resourcen, die "irgendwo" im Netzwerk oder auf Servern verfügbar sind? Kann man diese nicht auch nutzen?

Man kann!

Resourcen anderer Systeme nutzen

Angenommen, Sie setzen nicht nur einen Virtualisierungsserver mit lokalem Storage ein. Es gibt noch weitere Virtualisierungsserver, die aber nicht genügend ausgelastet sind.

Irgendwo ist vielleicht ein NAS, ein SAN oder ein iSCSI Storage, was über ausreichend Datenkapazität verfügt.

Ihr Netzwerk ist in verschiedene Segmente (Serversegment, Clientsegment) unterteilt. Sie unterhalten zudem ein separates Netzsegment zu Testzwecken.

Wäre es nicht schön, wenn man die jeweils nur in Teilen ausgelasteten Resourcen anderen transparent zur Verfügung stellen könnte?

Mit Hilfe einer virtuellen Infrastruktur ist es möglich, die Resoucen anderer Systeme ebenfalls zu nutzen. Die Idee ist, dass die physischen Resourcen der unterschiedlichen Systeme gemeinsam der gesamten Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden.

Am einfachsten lässt sich das vermutlich am Beispiel des Storage verdeutlichen:

Sie haben einen Virtualisierungsserver und noch ein NAS im Netzwerk. Teile der Datenkapazität des NAS werden dann dem lokalen Storage des Virtualisierungsservers zugeschlagen. Auf einem SAN ist auch noch was frei und das neue iSCSI-Storage soll zwar eigendlich alte Projektdateien lagern, wird aber auf absehbare Zeit nicht voll. Auch die freien Bereiche des SAN und iSCSI werden dem lokalen Storage des Virtualisierungsservers zugeschlagen.

Durch die nun zusätzlich eingebundenen (irgendwo vorhandenen) Datenkapazitäten wächst das lokale Storage des Virtualisierungsservers enorm an. Diese Datenkapazität kann nun wiederum virtuellen Maschinen zur Verfügung gestellt werden.

Dieses kleine Beispiel zeigt die Nutzung von verteilten Datenkapazitäten in einem gemeinsamen Resourcenpool für virtuelle Maschinen.

Die Vorteile

Durch eine entsprechend geplante Infrastruktur lassen sich viele Vorteile ableiten. Klar, virtuelle Maschinen sparen schlicht Serverhardware und die für den Betrieb erforderlichen Energieaufwendungen.

Durch angebundenen Storages lassen sich ebenfalls die Hardwarekosten senken. Warum soll man denn auch etwas zusätzlich kaufen müssen, wenn es an anderer Stelle schon vorhanden ist?

Virtuelle Netzwerke sparen zudem an vielen Stellen "echte" Switche ein. Dabei können diese virtuellen Netzwerk komplett voneinander abegeschirmt sein, oder z.B. über virtuelle Firewalls miteinander gekoppelt werden.

Einer der wichtigsten Vorteile ist aber sicherlich, die Reduktion von Downtime bei den Servern/VMs.

Ein Hardwareausfall eines Virtualalisierungsserver muss nicht zum Stillstand des Unternehmens führen. In sekundenschnelle wird automatisch auf einen anderen Virtualisierungsserver umgeschaltet. Dieser übernimmt dann die Aufgaben des ausgefallenen Servers.

Auch die planmäßige Downtime eines Virtualisierungsservers bedeutet nicht die gleichzeitige Downtime der VMs. Einfach auf einen anderen Virtualisierungsserver im laufenden Betrieb verschieben und die gewünschten Wartungsarbeiten (z.B. Nachrüstung von RAM) durchführen.

     
   

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