Die Speicherung von Daten in DNA-Strukturen macht Fortschritte. Die Technik könnte zur Konkurrenz für Magnetbänder werden. Noch allerdings ist sie viel zu kompliziert und teuer.

Forschern bei Microsoft ist es gelungen, 200 Megabyte Daten in DNA zu speichern. „Das Unternehmen möchte herausfinden, ob wir ein End-to-End-System zur Datenspeicherung auf DNA-Basis entwickeln können, automatisiert und bei Unternehmen einsetzbar“, erklärt Karin Strauss, die leitende Microsoft-Forscherin bei dem Projekt, an dem auch die University of Washington beteiligt ist. Noch sind die Kosten für dieses neuartige Speicherverfahren zu hoch, doch es könnte von Fortschritten bei DNA-Synthese und -sequenzierung im Biotech-Bereich profitieren, berichtet Technology Review online in „100 Rechenzentren im Schuhkarton„.

Dass digitale Daten in DNA untergebracht werden können, hatten Forscher schon vorher demonstriert. Laut Microsoft ist es jedoch noch nie zuvor gelungen, in einem Schritt so viel davon in DNA zu schreiben wie bei dem aktuellen Projekt. Grundsätzlich ist DNA ein gutes Speichermedium, weil Daten in Molekülen enger gepackt werden können, als es mit den Grundbausteinen der konventionellen Speichertechnologie möglich ist. Insbesondere bei Magnetband-Massenspeichern könnte die Technik deshalb gute Dienste leisten.

Noch ist sie teuer und kompliziert. Strauss geht jedoch davon aus, dass die Kosten für das Lesen und Schreiben von DNA in den nächsten Jahren deutlich sinken werden. Es gebe bereits Belege dafür, dass diese Entwicklung schneller verlaufe als bei Transistoren in den vergangenen 50 Jahren; dieser Fortschritt hat eine große Rolle für die Innovationen im Computerbereich gespielt.

Quelle: //heise.de/-3265209