Die heute gestarteten ISD leitete der Vizepräsident des Bundesamts für den Verfassungsschutz mit einer Analyse der Bedrohungslage durch russische und chinesische Cyber-Spionage ein. Ziel seien vor allem mittelständische Firmen.

Die Internet Security Days starteten mit einem heiklen Thema: Die Rolle von Terroristen und Spionen im Cyberraum war Thema der Keynote von Thomas Haldenwang, Vizepräsident des Bundesamts für den Verfassungsschutz. Akut sei die Bedrohungssituation durch ausländische Geheimdienste. Islamisten nutzten dagegen vor allem die Propaganda- und Komunikationsmöglichkeiten des Internets, bis hin zu detaillierten Steuerungen von Attentätern.

Dennoch befürchtet Haldenwang groß angelegte Angriffe von islamistischen Cyber-Terroristen. Der Hack des französischen Fernsehsenders TV5 Monde sei allerdings nicht von islamistischer Seite ausgegangen, sondern nur so maskiert gewesen. Nach Erkenntnissen seiner Behörde seien die Urheber ausländische Geheimdienste.

Diese Angriffskampagnen, vor allem aus Russland und China, zielten allerdings in Deutschland überwiegend auf den Mittelstand und zwar jeder Branche, nicht auf DAX-Konzerne. Aber auch weitgehendere Attacken seien möglich. So sei die Abschaltung eines ukrainischen Kraftwerks durch Sandworm, ein Angriff des russischen Geheimdienstes, beispielhaft für das, was auch in Deutschland passieren könnte.

Haldenwangs Sorge ist, dass es mit dem Internet eine ähnliche Entwicklung geben könne wie mit der Kernenergie. Auch von der seien zu Anfang nur die positiven Aspekte gesehen worden, nicht die Risiken.

So leitete der Vizepräsident des Bundesamts für den Verfassungsschutz das zweitägige Treffen von IT-Security-Spezialisten ein, das der Providerverband eco seit einigen Jahren im Phantasialand Brühl veranstaltet. In diesem Jahr war erstmal iX Mitveranstalter.

Zwei Tage lang werden in drei parallelen Tracks aktuelle Sicherheitsprobleme und -lösungen erörtert, von Detailanalysen einzelner Cybercrime-Attacken über Identitätsdiebstahl bis zur Smart-Home- und Smart-Fabric-Angreifbarkeit. Als Referenten treten nahezu alle bekannten Sicherheitsexperten aus dem deutschsprachigen Raum auf. In einer parallel stattfindenden kleinen Ausstellung zeigen Hersteller ihre aktuellen Security-Produkte.

Quelle: //heise.de/-3329442