Mit einem angeblich transparenten Smartphone hat ein Designer die Tech-Szene angelockt, um auf die schlechten Arbeitsbedingungen in der Elektronik-Produktion aufmerksam zu machen – und Alternativen aufzuzeigen.

Ein Erfurter Designer hat eine Kampagne für bessere Arbeitsbedingungen in der Elektronik-Produktion begonnen – und sich mit einem Trick die Aufmerksamkeit der Technik-Szene verschafft. Jonathan Schöps verschickte in den vergangenen Tagen Pressemitteilungen und gab Interviews, in denen er ein „transparentes Smartphone“ von einem Start-up namens „phonest“ ankündigte. Ein Dutzend Blogger nahm das wörtlich und veröffentlichte wilde Spekulationen über das Handy.

Am Donnerstagabend löste Schöps das Rätsel: Es gibt kein Handy und kein Start-up. Stattdessen prangert die Webseite phonest.net die schlechten Arbeitsbedingungen beim Rohstoff-Abbau in Afrika und der Smartphone-Montage in China an. „12h-Schichten untertage und die Kontrolle durch Milizen gewährleisten dir das optimale Preis-Leistungs Verhältnis“, heißt es dort zum Beispiel.

Schöps klagt aber nicht nur an, sondern zeigt auch Alternativen auf. Konsumenten sollten gezielt einkaufen (zum Beispiel bei Fairphone, Nager IT oder Fairlötet), bei Herstellern nachfragen, Petitionen unterzeichnen und Organisationen unterstützen, die sich für fairen Handel einsetzen.

Quelle: //heise.de/-3293160